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BAUERNKRIEG
(OmU)
CH 1998, 84 min
R: Erich Langjahr
Fr
2.5.03 22:30 Uhr
Sa 3.5.03 20:00 Uhr
So 4.5.03 22:30 Uhr
Mo 5.5.03 20:00 Uhr
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BAUERNKRIEG ist eingerahmt von Szenen heftiger Bauerndemonstrationen,
zu Beginn jene von 1992 in Luzern, am Schluss jene von l996
in Bern. Diese Proteste der Bauern gegen die neuen GATT-Verträge
und die Mitgliedschaft der Schweiz bei der Welthandelsorganisation
WTO waren jedoch vergebens. Die rasende Liberalisierung und
Globalisierung des Handels konfrontiert die Bauern mit einem
unerbittlichen Produktivitäts- und Leistungsdiktat. Viele
Bauern müssen ihren Hof aufgeben. Bei den überhöhten Bodenpreisen
können sich Grundbesitz nur noch Grosskapitalisten und Spekulanten
leisten. (...) Welche Folgen die Leistungssteigerung für das
Vieh hat, wird an Beispielen aufgezeigt: In einer automatisierten
Melkstation wird eine Kuh gemolken. Sie steht hinter einem
Metallgitter, die Geräusche evozieren das Bild einer Fabrikhalle.
Grossaufnahme des Euters, über das sich die Blutgefässe wie
riesige Krampfadern ausbreiten. Diese hypertrophierten Gefässe
sind nötig, um die Milchleistung der Kühe zu erzielen, die
man durch Zucht, Kraftfutter und andere Mittel ständig zu
vergrössern sucht. (...) Die unförmigen Euter wirken wie auf
Höchstleistung frisierte Organe. Später besucht die Kamera
eine Besamungsstation, deren Betrieb fachkundig erläutert
wird. Stiere trotten in einem Rundlauf hintereinander her.
Die Bewegung soll sie für den Samensprung fit machen. Für
jeden Stier wird eine sterile, mit einem Gleitmittel präparierte
künstliche Gummivagina bereitgehalten. Ein Stier wird sexuell
stimuliert, wenn er die Silhouette einer Kuh von hinten sieht.
Hier dient ein Stier als Kuhersatz. Beim Samensprung ejakuliert
der Stier in die hingehaltene Gummivagina. Am Schluss wird
die industrielle Kadaververwertung gezeigt: Ein Kuhkadaver
wird samt Hühnern und Innereien durch eine Art Schredder gewürgt
und zerkleinert. Nach diversen Verarbeitungsprozessen wird
das entstandene Tiermehl in Säcke abgefüllt. Die Melkstation,
die Embryonenentnahme, das “Absamen“ und die Kadaververwertung
sind dokumentarische Berichte von grosser sinnlicher und emotionaler
Kraft. Langjahr kommentiert seinen Film nicht, er zwingt den
Zuschauern keine bestimmte Optik auf. (...) Sind die mit allen
Mitteln betriebene Züchtung der Kühe zu Höchstleistungen als
Milch und/oder Fleischprodzenten noch tiergerecht? Sind Praktiken
wie die Embryonenentnahme und das “Absamen“ nicht brutale
Verletzungen der Tierwürde? Steht das etwa auch den Menschen
bevor, wenn wir wir uns damit bei den Tieren abfinden? Gewisse
Anzeichen lassen das tatsächlich befürchten – schliesslich
geht es auch da um riesige Profite. Diese und andere Fragen
zu diskutieren, ist “Bauernkrieg“ ein nachhaltiger Anlass.
ZOOM 1998 Franz Ulrich (gekürzt).
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