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Zum Tag der Arbeit

Ich, Daniel Blake OmU
GB/F/B 2016, 101 Min,

R: Ken Loach
K: Robbie Ryan

D: Dave Johns, Hayley Squires, Dylan McKiernan, Briana Shann

 

Do 26.4.18, 20:30 Uhr
Fr 27.4.18, 22:00 Uhr
So 29.4.18, 21:30 Uhr

 

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Daniel Blake ist 59 Jahre alt, ein Durchschnittsengländer, der als Handwerker stets seine Steuern gezahlt hat. Durch einen Herzinfarkt wird er berufsunfähig und ist auf Sozialhilfe angewiesen. Doch um diese zu bekommen, muss er sich mit einem kundenfeindlichen Verwaltungsapparat auseinandersetzen, der ihn durch absurde Regularien, onlinebasierte Anträge und nervtötende Hotlines zur Verzweiflung treibt – und ihn zusehends in eine finanzielle Notlage bringt. Als er sich mit der alleinerziehenden Katie anfreundet, beginnen sie gemeinsam für ihre Rechte zu kämpfen.

Seit 50 Jahren setzt sich der über 80-jährige Regisseur Ken Loach in seinen Filmen für die Würde und Gerechtigkeit von Sozialschwachen und Ausgegrenzten ein. Mit einem sozialkritischen Grundton gleicht der Film einer präzise und sachlich erzählten Milieustudie.

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Mai 1968

Das ist nur der Anfang -
der Kampf geht weiter OmU 

D/F 1968/1969, 45min., 16mm, sw,

B+K+R: Claudia von Alemann

+

Cinétracts
(Teil 001, 002, 004, 005, 008, 011, 019, 021, 027, 029)

F 1968, 30 Min, 16mm,

R: Jean-Luc Godard, Chris Marker, Alain Resnais u.a.

 

 

So 29.4.18, 19:30 Uhr


 

 

 

 


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„Mai 1968. Paris, Frankreich. 8 Millionen Franzosen streiken.
10.000 Polizisten stürmen die Barrikaden ebenso vieler tausender Studenten und Studentinnen, die auf den Straßen protestieren. Die Sorbonne wird gestürmt, die Studierenden besetzen die universitären Räume und Seminare und forcieren deren Öffnung für die gesellschaftlichen Kämpfe und Debatten, die die herkömmlichen Ordnungen und Institutionen infrage stellen.
Welche Rolle spielt hierbei der Film? Welche Funktion kann dem Film in dieser politischen Bewegung zukommen? Wie definiert sich künstlerische Tätigkeit im Rahmen einer neu zu definierenden Kulturpolitik? Und wie werden diese Forderungen in der filmischen Praxis realisiert? An den entstehenden Debatten und Produktionen beteiligen sich Filmstudierende, Schüler/innen, Arbeiter/innen, Kollektive aus sozialistischen Gruppen und Filmemacher/innen, darunter auch etabliertere Filmregisseure, wie Jean-Luc Godard.
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Im Mai 1968 fuhr Claudia von Alemann, Studentin der HFG nach Paris um sich an den Filmkollektiven zu beteiligen. Ihr Film „ Das ist nur der Anfang“ ist ein einzigartiges Dokument aus dieser Zeit."

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In Frankreich entstanden im Umfeld der Mai-Unruhen von Paris, der Studenten-Revolte und den Streiks der Arbeiter 1967/68 zahlreiche Filme, die meist in kollektiven Strukturen entstanden. Sie sollten wie eine Tageszeitung, wie ein Flugblatt Informationen vermitteln und klassenkämpferisch wirken.
Ein solches kollektives Projekt sind die CINÉ-TRACTS (Flugblattfilme) – kurze, agitatorische Filme, auf den Straßen gedreht, deren Länge von zwei bis drei Minuten der einer Filmrolle entspricht. Sie entstanden im Mai und Juni 1968 im Umfeld der eben einberufenen "Generalstände des Kinos" unter Mitwirkung von Jean-Luc Godard, Alain Resnais und Chris Marker.


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Zum Tag der Arbeit

Wir brauchen keine Erlaubnis OmU
I 2014, 87 Min,

Dokumentarfilm von Pietro Perotti und Pier Milanese

Am Montag mit einer Einführung von Anna Stiede und anschließendem Filmgespräch

 

Fr 27.4.18, 20:00 Uhr
Mo 30.4.18, 19:30 Uhr

 

 

 

 


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"Perroti zog im Sommer 1969, wie Abertausende andere auch, nach Turin, um dort in der einstmals größten Automobilfabrik Europas, den Fiat-Werken, Arbeit zu finden. Dank einer in die Fabrik geschmuggelten Kamera liefert der Protagonist und Regisseur des Films authentische Einblicke ins Innere dieses sonst hermetisch abgeschirmten Mikrokosmos mit seinen knapp 60.000 Arbeiter/Innen. Auf eindrucksvolle Weise wird die Realität der Fabrikarbeit gezeigt. Maschinen, endlos lange Förderbänder, die Karosserien von einem Montageschritt zum nächsten transportieren; untermalt vom ohrenbetäubenden Lärm der alltäglichen Produktion.
Auch wenn die Fabrik in erster Linie ein Ort der Ausbeutung und der Entfremdung gewesen ist, wie Perroti im Film betont, sei sie gleichzeitig jedoch immer auch „ein Ort des Zusammenkommens und des Sozialen gewesen“.
Originalaufnahmen von Betriebsversammlungen, monatelangen Streiks und Blockaden legen Zeugnis davon ab, mit welcher Entschlossenheit und Ausdauer die Arbeiter/innen dem Kapital einst Zugeständnisse abringen konnten, die heutzutage als teilweise selbstverständlich gelten – beziehungsweise, im schlimmsten Fall der ständigen Bedrohung ausgesetzt sind, wieder rückgängig gemacht zu werden.
Den anfangs erfolgreichen Kämpfen in den siebziger Jahren bis hin zur großen Niederlage 1980, bei der die Gewerkschaftsführung den streikenden Arbeitern und Arbeiterinnen in den Rücken fiel, setzen Perroti und Pier Milanese mit ihrem Film ein Denkmal."

Anna Stiede ist Politikwissenschaftlerin, sie arbeitet als politische Bildnerin und Übersetzerin u.a. für das Istoreco Institut Reggio Emilia. Ihre Themen sind geschichtliche Erinnerung sozialer Bewegungen, feministische Fragen rund um Sorge und Arbeit, sowie die Erforschung der tiefen sozialen Umwälzungen in Folge der Digitalisierung. Bei einer von ihr durchgeführten Bildungsreise zur Nachkriegsgeschichte in Italien lernte sie die Filmemacher kennen und übersetzte den Film „Wir brauchen keine Erlaubnis“ ins Deutsche.

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10. GRIECHISCHER SALON:

Erinnerung als Widerstand
- Malerei, Musik, Poesie

 

 

Do 3.5.18, 19:30 Uhr


 

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Der Maler Till Neu und der Soziologe Skevos Papaioannou lassen in Bildern und Liedern Szenen der Erinnerung lebendig werden. Erinnerung als Widerstand.
Die Bilder des Künstlers Till Neu aus Saarbrücken erzählen von Geschichte, Kultur und Mythen Griechenlands. Auch Krieg und Besatzung durch die deutsche Wehrmacht sowie Not und Armut in heutiger Zeit werden in konfrontativen Arbeiten thematisiert.

Skevos Papaioannou, geboren auf der griechischen Insel Kos und jetzt Professor für Soziologie an der Universität Kassel, präsentiert ein Spektrum griechischer Lieder.
Sie handeln von der deutschen Besatzung, der Migration der sechziger Jahre und der Flüchtlingsbewegung sowie der Neuen Migration in Zeiten der Krise.
Die Lyrik überträgt er ins Deutsche.

Veranstalter: Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin, Regenbogenfabrik, attac Berlin. Unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

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Kinderkino

Kletter-Ida
DK/N/S 2001, 87 Min, ab 7 Jahre

Regie: Hans Fabian Wullenweber

 

 


So 6.5.18, 15:00 Uhr


 

 

 

 


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Die Ida liebt das Klettern. Ihr Vater war ein bekannter und begeisterter Bergsteiger, bis er bei einem Unfall fast ums Leben kam. Ida hat sein Talent geerbt und klettert auf alles was höher als 3 Meter ist, obwohl die Eltern ihr dies ausdrücklich verboten haben. Ihr Vater erkrankt und die nötige Operation kostet viel Geld. Da beschließt Ida mit ihren Freunden den Safe der Bank auszurauben um ihren Vater zu helfen. Der Safe hängt in einem 30 Meter hohen Schacht. Wird es ihnen gelingen? ...

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The woman who left OmU
Philippinen 2016, 228 min,

R+B+K+S: Lav Diaz

mit: Charo Santos-Concio, John Lloyd Cruz, Michael De Mesa, Nonie Buencamino

Goldener Löwe


Fr 4.5.18, 20:00 Uhr
Sa 5.5.18,
20:00 Uhr
So 6.5.18, 19:30 Uhr
Mo 7.5.18, 19:30 Uhr
Mo 28.5.18, 20:00 Uhr

 


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„Gemeinsam mit Horacia erleben wir das Vergehen von nicht gelebter Zeit: Dreißig Jahre lang saß sie unschuldig im Gefängnis. Dann wird sie entlassen, die wahre Mörderin hat sich gestellt. Horacia muss sich plötzlich in einer Gegenwart einrichten, zu der ihr die Vergangenheit fehlt. Ihr Mann ist während ihrer langen Haft verstorben, der Sohn verschollen, ihre Tochter kennt sie kaum. Als sie eine zusammengeschlagene transsexuelle Prostituierte bei sich aufnimmt, beginnt eine zarte Freundschaft. Wir folgen einer Frau, deren Familie, Lieben und Leben durch das jahrzentelange Eingesperrtsein zerstört wurden, die sich jedoch ihrer Menschlichkeit nicht berauben lässt. Als Mann verkleidet, spioniert Horacia nachts die Gegend des Menschen aus, der sie durch eine brutale Intrige ins Gefängnis brachte. Sie beobachtet ihn, den von Killern bewachten Mafioso, beim Kirchenbesuch und bei anderen Gängen. Und sie kauft eine Pistole...

Der Film spielt 1997. Radiosendungen im Hintergrund berichten von Entführungen auf den Philippinen, die oftmals tödlich enden. Mit der aus der Zeit gefallenen Heldin entdeckt der Zuschauer ein verunsichertes, zerrissenes Land, das nach der Diktatur von Ferdinand Marcos aufatmen möchte. Doch die Korruption seiner vermeintlich demokratisch gewählten Nachfolger ist allgegenwärtig.
The Woman Who Left von Lav Diaz ist ein Film noir, seine Heldin ist zugleich Engel, Racheengel und der Engel der philippinischen Geschichte.“ Die Zeit Anke Lewenke

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Für die sofortige Beendigung aller Kriege - Nie wieder Faschismus

Armee im Schatten OmU
F 1969, 145 Min,

R: Jean-Pierre Melville

mit: Lino Ventura, Serge Reggiani, Jean-Pierre Cassel, Simone Signoret u.a.

 


Di 8.5.18, 20:00 Uhr

 

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Frankreich, 1942: Unter Einsatz ihres Lebens bekämpfen die Mitglieder der Résistance die deutschen Besatzer, aber auch eigene Landsleute, die die Nazis unterstützen. Philippe Gerbier ist ein wichtiges Mitglied des Widerstands. Nachdem er mit Mühe aus der Nazihaft entkommen konnte, macht er sich mit einigen Kameraden auf, den Mann zu richten, der ihn verraten hat. Währenddessen erpresst die Gestapo Mathilde, die Leiterin der Pariser Résistance ihr Wissen preiszugeben, wenn sie das Leben ihrer Tochter retten will. Sie ahnt, dass sie dafür einen hohen Preis bezahlen muss.

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Für die sofortige Beendigung aller Kriege - Nie wieder Faschismus

Der Hauptmann
D/F/P 2017, 119 Min,

R+B: Robert Schwentke
K: Florian Ballhaus

D: Max Hubacher, Frederick Lau, Alexander Fehling, Milan Peschel, Bernd Hölscher, Waldemar Kobus, Samuel Finzi, Wolfram Koch

Fr 11.5.18, 20:30 Uhr
Sa 12.5.18,
22:00 Uhr
So 13.5.18, 20:30 Uhr
Mo 14.5.18, 20:30 Uhr

 

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In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs findet der junge Gefreite Willi Herold auf der Flucht eine Hauptmannsuniform. Ohne zu überlegen streift er die ranghohe Verkleidung und die damit verbundene Rolle über. Schnell sammeln sich versprengte Soldaten um ihn – froh, wieder einen Befehlsgeber gefunden zu haben. Aus Angst enttarnt zu werden, steigert sich Herold nach und nach in die Rolle des skrupellosen Hauptmanns und verfällt dem Rausch der Macht.

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Mai 1968

Henri Simon - Aktivismus im Widerspruch fr.O.m.engl.U.
F 2018, 50 Min,

Dokumentarfilm von Jeanne Neton

+

Die Freunde von Henri franz.O.m.engl.U.
2018, 28 Min,

Dokumentarfilm von labournet.tv

Mit Gästen und anschl. Diskussion


Sa 12.5.18, 19:00 Uhr

 

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Der 95-jährige Henri Simon war in den letzten fünfzig Jahren aktiv an einigen Arbeitskämpfen beteiligt und verfolgte viele mehr als Leser und Reporter. Seine Familie, seine Freundschaften und seine Träume wurden von seinem politischen Engagement beeinflusst, vom Alltag eines Vollzeitaktivisten, der jedoch für sich eine besondere Rolle in der Entfaltung des Klassenkampfes immer abgelehnt hat und damit der Idee treu geblieben ist, dass jeder revolutionäre Wandel von den ArbeiterInnen selbst herbeigeführt werden muss.

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Mai 68. In einer Zeit ohne Internet und Kopiergeräte, erschufen Arbeiter und Jugend vor fünfzig Jahren zugleich Bild und Realität der heutigen Konsum- und Weltgesellschaft. „Die Freunde von Henri“, des libertären Kommunisten Henri Simon und seiner Zeitschriftenprojekte, geben Einblicke in ihr Erleben des Mai 68 im Schatten von Franco, Gaullismus und Ostblock – und im Spannungsfeld von Marxisten, Anarchisten und Situationisten.

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Der Frauenstreik geht weiter OmU
P 2018, 50 Min,

In Anwesenheit der Filmemacherin

 

 

Do 17.5.18, 19:00 Uhr

 

 

 

 


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"Ein Film über den Arbeitskampf von Frauen der kommunalen Kindertagesstätten in Poznan für existenzsichernde Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.
In der Regel arbeiten sie nicht nur als Kindergärtnerinnen, die Last der Hausarbeit und die Betreuung der eigenen Kinder und Eltern, liegt vor allem auf den Schultern der Frauen.
Im Film interviewte Frauen beschreiben, wie viele Kinderkrippen und -gärten nach der "Wende" in den 1990er Jahren geschlossen wurden. Damit mussten Frauen mit Kindern noch mehr Hausarbeit leisten. Während die niedrigen Löhne der Kindergärtnerinnen anfangs noch regelmäßig "angepasst" wurden, fror die Stadtregierung diese Anfang der 2010er Jahre ein. So müssen viele noch einen "Zweitjobs" machen. Gleichzeitig flossen hohe Summen aus dem Stadtbudget in öffentliche Baumaßnahmen, u.a. für den Stadionbau für die Fußballeuropameisterschaften 2012.
Seit 2011 sind die Frauen gewerkschaftlich organisiert, sie gründeten 2011 eine Gewerkschaftssektion der Iniciatywa Pracownicza (Arbeiterinitiative), eine Basisgewerkschaft ohne Funktionäre, forderten Lohnerhöhungen und kleinere Kindergruppen und organsierten Aktionen auf der Straße, im Rathaus und vor den Kindergärten. Sie wurden von Eltern unterstützt, lernten über diese Kontakte auch mehr über die schlechten Bedingungen in anderen Sektoren und begannen ihrerseits, dortige Kämpfe zu unterstützten. Auch an den landesweiten Demonstrationen gegen die Verschärfung des Abtreibungsverbots im Herbst 2016 ("Schwarzer Protest"), die im Film gezeigt werden, beteiligen sich die Kindergärtnerinnen."

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Filmporträt

DAS SALZ DER ERDE -
LE SEL DE LA TERRE OmU

F/BR/I 2014, 110 Min,

R: Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado

mit Sebastião Salgado, Wim Wenders, Lélia Wanick Salgado, Juliano Ribeiro Salgado, Hugo Barbier, Jacques Barthélémy, Régis Muller, João Pessoa Mattos, Leny Wanick Mattos, Maria Teresa Salgado Rocha Bastos


Fr 18.5.18, 20:30 Uhr
Sa 19.5.18,
20:30 Uhr
So 20.5.18, 20:30 Uhr
Mo 21.5.18, 20:30 Uhr

 


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„Über Umwege fand der brasilianische Fotograf Salgado zu seinem Beruf: Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaft entdeckte er auf seinen Geschäftsreisen im Auftrag der Weltbank das Fotografieren; mit der Leica seiner Frau. Den Durchbruch schaffte er 1986 mit ikonischen Bildern aus den Goldminen von Serra Pelada im Norden Brasiliens. Es folgten engagierte Reportagen und grosse Fotobücher über die Lebens- und Arbeitsweise der Menschen in allen Ecken der Welt. Kriege, Krankheiten und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen rief Salgado mit seiner Arbeit unerbittlich in unser Bewusstsein, bis ihm auf einer Reise ins kriegsversehrte Ruanda ein Elend entgegenschlug, für das er keine Bilder mehr finden konnte und das ihn in eine tiefe Schaffenskrise stürzte. Erst über ein Wiederaufforstungsprojekt in seiner Heimat schöpfte er wieder Hoffnung. Gemeinsam mit dem Sohn Salgados, Juliano Ribeiro Salgado porträtiert Wim Wenders den brasilianischen Fotografen und sie zeigen mit ihrem Film sein Leben und Arbeiten und geben seinen Fotografien und Worten Raum.

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Mai 68

Reprise OmU
F 1996, 194 Min, 35mm,

Ein Film von Hervé Le Roux
K: Dominique Perrier

mit Pierre Bonneau, Jacques Willemont

Fr 25.5.18, 20:30 Uhr
So 27.5.18, 20:00 Uhr

 


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Wir zeigen “Reprise OmU”, Dokumentarfilm über die Wiederaufnahme der Arbeit in der Fabrik Wonder in Saint-Ouen. Ein zehnminütiges Dokument aus dem Mai 1968 hat Hervé Le Roux nicht losgelassen: La Reprise du travail aux usines Wonder, Beendigung eines Streiks in einer Batterien-Fabrik, im Mittelpunkt eine junge Frau, die sich den Frust über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen von der Seele schreit. Mit Reprise macht sich Le Roux Jahrzehnte später auf die Suche nach der Unbekannten, den Originalfilm im Gepäck, zeigt ihn den Leuten, die damals in der Wonder-Fabrik beschäftigt waren. In den Gesprächen entfaltet sich die Geschichte der Arbeiterbewegung von 1968 – 1996.

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Berliner Schule

Transit
D 2017, 101 Min,

R+B: Christian Petzold
nach dem Roman von Anna Seghers, K: Hans Fromm
S: Bettina Böhler

mit: Franz Rogowski, Paula Beer, Godehard Giese, Lilien Batman, Maryam Zaree, Barbara Auer, Matthias Brandt, Sebastian Hülk, Emilie de Preissact

Do 31.5.18, 20:30 Uhr
Fr 1.6.18, 20:00 Uhr
Sa 2.6.18,
22:00 Uhr
So 3.6.18, 20:30 Uhr
Mo 4.6.18, 20:30 Uhr

 


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Die deutschen Truppen stehen vor Paris. Georg, deutscher Flüchtling, entkommt im letzten Moment nach Marseille. Im Gepäck hat er die Hinterlassenschaft des Schriftstellers Weidel, der sich aus Angst vor seinen Verfolgern das Leben genommen hat: Ein Manuskript, Briefe, die Zusicherung eines Visums durch die mexikanische Botschaft. In Marseille darf nur bleiben, wer beweisen kann, dass er gehen wird. Visa für die möglichen Aufnahmeländer werden gebraucht, Transitvisa, die raren Tickets für die Schiffspassage. Georg erinnert sich der Papiere Weidels und nimmt dessen Identität an. Er taucht ein in die ungefähre Existenz des Transits. Flüchtlingsgespräche in den Korridoren des kleinen Hotels, der Konsulate, in den Cafés und Bars am Hafen. Er freundet sich mit Driss an, dem Sohn seines auf der Flucht gestorbenen Genossen Heinz. Wozu weiterreisen? Lässt sich anderswo ein neues Leben beginnen? Alles verändert sich, als Georg die geheimnisvolle Marie trifft und sich in sie verliebt. Ist es Hingabe oder Berechnung, die sie ihr Leben vor der Weiterreise mit dem Arzt Richard teilen lässt, während sie gleichzeitig auf der Suche nach ihrem Mann ist? Der, so erzählt man, sei in Marseille aufgetaucht, in Besitz eines mexikanischen Visums für sich und seine Frau. Piffl Filmverleih

Christian Petzold versetzt die Handlung von Anna Seghers‘ Roman “Transit” von 1944, die während des Zweiten Weltkriegs spielt, in die Gegenwart. Mit der experimentellen Zeitverschiebung gelingt ihm ein zeitloser und universeller Film über Flucht und Verfolgung.

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Berliner Schule

Wolfsburg
D 2002, 93 Min,

B+R: Christian Petzold
K: Hans Fromm
S: Bettina Böhler

D: Benno Fürmann, Nina Hoss, Antje Westermann, Astrid Meyerfeldt, Matthias Matschke, Soraya Gomaa, Stephan Kampwirth, Martin Müseler, Anna Priese, Florian Panzner, André Szymanski, Peter Kurth, Simone v.Zglinicki, Margarita Broich, Sven Pippig

 

 

Fr 1.6.18, 22:00 Uhr
Sa 2.6.18, 20:00 Uhr

 


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"Eine schmale Landstrasse bei Wolfsburg: Als der Autohändler Philip Gerrber, am Steuer seines roten NSU und sichtlich gestresst nach einem telefonischen Beziehungsstreit, einen Moment lang nicht auf die Strasse achtet, rumpelt es plötzlich. Im Rückspiegel sieht er ein Velo und daneben einen bewegungslosen Jungen liegen, den er offenbar umgefahren hat. Er bremst. Aber er steigt nicht aus. Dann fährt er weiter. Am nächsten Tag versucht er sein Gewissen mit einem Besuch im Krankenhaus zu beruhigen und bekommt zufällig mit, dass der Junge aus dem Koma erwacht ist – und dass die Polizei nicht nach einem NSU, sondern nach einem roten Ford fahndet. Während er sich in der Folge mit seiner Freundin Katja zwei Wochen Inselferien gönnt, um die Beziehung zu kitten, wacht die alleinerziehende Laura Reiser Tag und Nacht am Spitalbett ihres Sohnes. Als Philip nach seiner Rückkehr aus Kuba erfährt, dass der Junge gestorben ist, sucht er die Nähe zu dessen Mutter, die nach einem Selbstmordversuch wie in Trance weiterlebt und sich geschworen hat, das Schwein zu finden, das für den Tod ihres Sohnes verantwortlich ist. Deshalb klappert Laura unermüdlich die Schrottplätze der Gegend ab. Gleichzeitig bemüht sich Philip um sie, kommt ihr näher, gibt ihr Halt, schließlich sogar ein Gefühl von Nähe und Geborgenheit. Kann das gut gehen? Christian Petzold ist mit WOLFSBURG ein mit sparsamen Mitteln entwickeltes, äusserst eindrückliches Psychodrama über Gefühle und über Verhältnisse, über Schuld und Sühne gelungen, das einen nach dem Kinobesuch noch lange beschäftigt. «Glänzend inszeniert Petzold seine Geschichte über Autos und Liebe [‹Das Auto als Druckkammer›]. Psychologisch kristallklar und konsequent, in ruhigen, nüchternen, so intensiven wie enthaltsamen Bildern, konzentrierter Leere.
Ein Film, der nie dick aufträgt, sondern mit Andeutungen und Auslassungen arbeitet." (Rüdiger Suchsland)

Ein filmisches Ereignis – nicht zuletzt dank den beiden grossartigen Hauptdarstellern!

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Hommage an Rainer Werner Fassbinder

Lola
BRD 1981, 113min, 35mm,

R: R.W.Fassbinder

D.: Barbara Sukova, Armin Müller-Stahl, Mario Adorf, Matthias Fuchs, Helga Feddersent

Fr 8.6.18, 20:00 Uhr
So 10.6.18, 21:30 Uhr

 


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veradrake

In der nordbayerischen Kleinstadt Coburg um 1958: Die Geschäfte des neureichen Bauunternehmers Schickert laufen wie geschmiert. Und so vergnügt er sich am liebsten in der Villa Flink mit Lola, zu deren distinguierten Kunden auch der Bürgermeister zählt. Als ein Auswärtiger neuer Baudezernent wird, fürchtet Schickert, dass seine Baugesuche nicht mehr so einfach durchgewinkt werden, und setzt deshalb Lola auf den aufrichtig korrekten Bohm an. Prompt verliebt sich der potenzielle Störenfried in die Edelprostituierte.
Angelehnt an Heinrich Manns Professor Unrat, erzählt Fassbinder mit leichter Hand diese bitterböse Satire auf Heuchelei und Männergebaren der 50er Jahre, in denen sich das Machtkartell aus Wirtschaft und Politik zu formieren begann.
Mit einer ausgeklügelten Farbdramaturgie in Rot, Blau, Violett und Gelb getauchte Gesichter wir von den sich verändernden Beziehungslagen zwischen den Figuren erzählt.
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Hommage an Rainer Werner Fassbinder

In einem Jahr mit 13 Monden
BRD 1978, 124 min., 35mm,

R+ B+K: Rainer Werner Fassbinder,

D: Volker Spengler, Ingrid Caven, Gottfried John, Elisabeth Trissenaar, Eva Mattes, Günther Kaufmannt

 

Fr 8.6.18, 22:00 Uhr
Mo 11.6.18, 20:30 Uhr

 


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Die Geschichte eines Menschen auf der Suche nach Liebe und Zärtlichkeit
Sommer 1978 in Frankfurt am Main: Elvira Weishaupt rekapituliert in 5 Tagen ihr Leben. Aus Liebe zu Alois ist sie vor einigen Jahren durch eine Geschlechtsumwandlung zur Frau geworden. Doch Alois, ein Immobilienspekulant, will heute nichts mehr von ihr wissen. Gerade hat sie auch ihr Freund Christoph Hacker, ein Aktienhändler, verlassen. Zusammen mit der roten Zora zieht sie durch die sommerliche Finanzmetropole und sucht Stationen ihres früheren Lebens als Erwin auf: das Kloster, in dem sie aufgewachsen ist, den Schlachthof in dem sie eine Mezgerlehre gemacht hat. Doch alle Begegnungen mit alten Bekanntschaften vermögen ihr nicht den notwendigen Halt zu geben.
In einem Jahr mit 13 Monden ist wohl Rainer Werner Fassbinders persönlichstes Werk, das er kurz nach dem Selbstmord seines Freundes Armin Meier als Nachruf und Reflexion auf dessen Tod realisiert hat. Mit einer assoziativ poetischen Bild- und Tonmontage macht er die intimsten Gefühle seiner Hauptfigur auf seiner Glücksuche sichtbar. Der persönliche Zugang hebt dieses Melodrama als zeitloses Werk aus dem Schaffen Fassbinders heraus.

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Mai 68

Wilde Streiks - Der heiße Herbst 1969
D 2016, 56 Min,

Dokumentarfilm von Ute Bönnen und Gerald Endres

In Anwesenheit der Filmacher Ute Bönnen, Gerald Endres und Peter Birke (Historiker) mit Einführung und anschl. Diskussion

Sa 9.6.18, 15:00 Uhr

 


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Am 2.September 1969 beginnen die Stahlarbeiter der Hoesch-Werke in Dortmund
einen wilden Streik, sie haben die Schnauze voll und wollen auch ein Stück vom Kuchen und nicht nur die Krümel. Tags darauf schließen sich weitere 20 000 Arbeiter der Hütten Phönix und Union dem wilden Streik an, der Streik und die Forderungen springen über auf Rheinstahl, Mannesmann und einen Teil der Ruhrbergwerke. Schließlich streiken Stahlwerker und Bergarbeiter vom Saarland bis nach Kiel. Werke werden besetzt, die Gewerkschafter werden ausgepfiffen, Tarifverhandlungen bringen keinen gerechten Lohn. Die Arbeiter kümmern sich jetzt selber um die Verhandlungen nach besseren Löhnen.
Die Politiker in Bonn bekommen es mit der Angst zu tun, da sich alles kurz vor den Bundestagswahlen abspielt.
Die Arbeiter von Hösch setzen schon nach wenigen Tagen eine Lohnerhöhung durch, die bei künftigen Lohnrunden nicht angerechnet wird und bekommen keine Abzüge für die Streiktage. Fast überall gehen die Arbeitgeber auf die Forderungen ihrer Arbeiter ein. Für die Arbeiter ist der gemeinsame erfolgreiche Kampf ein einschneidendes Erlebnis, aber nicht nur für sie, auch für die Arbeitgeber und Gewerkschafter.

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Mai 68

Lotte alla Rhodiatoce di Pallanza OmU
I 1969, Dokumentarfilm,

R: Militantes Filmkollektiv Turin

Input + Diskussion mit: Dietmar Lange (Historiker) und Enzo di Calogero (ehem. Lotta Continua FIAT-Mirafiori, angefragt)

 

Sa 9.6.18, 19:00 Uhr

 


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veradrake

Ein Film-Essay der chronologisch vom Klassenkampf 1968/69 der Arbeiter in Pallanza und ihren Erfahrungen erzählt. Er zeigt Phasen des Kampfes, Ziele und Formen der Organisation und endet mit der Besetzung der Fabrik und den darauf folgenden Entlassungen.
Rhodiatoce, war ein Unternehmen in Pallanza in Italien, dass auf die Herstellung von künstlichen Textilfasern u.a. Nylon spezializiert war.

In Zusammenarbeit mit dem AK Geschichte sozialer Bewegungen Ost West
mit Unterstützung der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt

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Wer protestiert gegen die neo-liberalen Arbeitsmarktreformen
in Frankreich und Italien und
wie ist der aktuelle Stand der sozialen Kämpfe?


Mit Davide Gallo Lassere, Autor von "Gegen das Arbeitsgesetz und seine Welt"und der Buchmacherei

 


So 10.6.18, 19:00 Uhr

 


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Davise, der „prekärer Forscher“ an einer der Pariser Unis ist und zu einem Netzwerk von jungen Akademiker*innen/Aktivist*innen gehört, hat an den Kämpfen des Frühlings 2016 teilgenommen, die seither und aktuell ihre immer wieder aufflammen. Im Mittelpunkt stand das von einer „linken“ französischen Regierung eingebrachte Arbeitsgesetz, das dazu angetan ist, Frankreichs Arbeiter/innen und die Jugend (weiter) zu unterwerfen. Sie sollen sich zukünftig auf einem Arbeitsmarkt verdingen, der nach dem Vorbild der deutschen Agenda 2010 funktionieren soll. Der Aufstand dagegen erfasste Gymnasiast/innen und Studierende ebenso wie einen Teil der Gewerkschaften, die sich mit Straßenprotesten und Arbeitsniederlegungen zur Wehr gesetzt haben. Sein Buch thematisiert auch kritisch, dass und warum Betroffene (z. B. die Jugend der Banlieue) sich kaum beteiligen konnten oder wollten. Es thematisiert auch die Schwierigkeiten, unterschiedliche politische Kulturen, wie etwa die etablierter Gewerkschaften und neuer sozialer Bewegungen, unter einen Hut zu bringen. Gallo Lassere zeigt in einem größeren historischen Bogen Verbindungslinien auf zu vergangenen und aktuellen globalen Kämpfen und verdeutlicht, warum „der französische Frühling“ 2016 kein abgeschlossenes Kapitel ist. All diese Erfahrungen sind auch für uns von Bedeutung, gerade auch, um die gegenseitige Unterstützung der widerständigen Bewegungen diesseits und jenseits des Rheins - und der Alpen - zu fördern.

In der Veranstaltung wird auch die Situation in Italien thematisiert, über die Mitglieder der Gruppe Potere al Populo berichten werden, die gemeinsam mit der Buchmacherei und uns zu dieser Veranstaltung einladen.

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Frau Kapital trifft Dr. Marx Karl Marx zum
200. Geburtstag

Mit dem Weber-Herzog-Musiktheater

Es wirken mit:Raiko Hannemann, Christof Herzog, Martin Orth und Christa Weber

Produktionsleitung / Regieassistenz: Dennis Kupfer

Anschließende Diskussion

Di 15.5.18, 20:00 Uhr

 

 

 

 


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veradrake

Wir wagen das Experiment, das Hauptwerk von Karl Marx "Das Kapital" in 100 Minuten auf die Bühne zu bringen: anschaulich, unterhaltsam, unakademisch, humorvoll wie tiefgründig, die Aktualität untersuchend. Unseren Blick richten wir auf die politischen Möglichkeiten der Gegenwart, denn darauf, so Marx, kommt es an. Eintritt frei - Spenden willkommen.

Mit freundlicher Unterstützung von:

veradrake

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