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"Kino der Außenseiter"
Putty
Hill OmU
USA
10, 89min., Blue Ray,
R:
Matt Porterfield,
K:
Jeremy Saulnier,
D:
Sky Ferreira, Zoe Vance, James Siebor
Fr
03.02.12, 20:30 Uhr
Sa 04.02.12, 20:30 Uhr
So 05.02.12, 20:30 Uhr
Mo 06.02.12, 20:30 Uhr
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*
Matt
Porterfield zeichnet in "Putty Hill" das melancholische
Bild eines Stadtteils von Baltimore: ein enigmatischer Teenagerfilm,
eine Amerika-Studie, ein subtiles Sozialdrama.
Der
Film ist größtenteils improvisiert, gedreht in nur
12 Tagen, er hat eine leichte, hingeworfene Qualität. Eine
Erzählung im traditionellen Sinn kann man Putty Hill nicht
nennen. Aber gerade darin ist die immense Kraft dieses Films
begründet: Im Fragmentarischen, Rätselhaften liegt
die einzige Chance auf Realismus.
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"50 Jahre Oberhausener Manifest "
Es
BRD, 1966, 86 Min., 35mm,
R:
Ulrich Schamoni,
mit
Sabine Sinjen, Ulrike Ullrich, Bruno Dietrich
DO
23.02.12, 20:30 Uhr
SO 26.02.12, 20:30 Uhr
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*

Ulrich
Schamoni drehte 1965 mit Es den ersten „neuen deutschen
Film“ ohne staatliche Förderung und formulierte damit
eine filmische Gegenposition zum damals noch die Leinwände
beherrschenden problemfreien, seichten Unterhaltungskino. West-Berlin
nach dem Mauerbau und das Lebensgefühl junger Menschen
zu dieser Zeit. Hilke und Manfred sind glücklich miteinander.
Da wird Hilke ungewollt schwanger und verheimlicht es Manfred.
Ihre Beziehung fängt an zu kriseln.
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"50 Jahre Oberhausener Manifest"
Abschied
von gestern
BRD 1966, 88min., 35mm,
R
+ B: Alexander Kluge,
K:
Edgar Reitz, Thomas Mauch,
D:
Alexandra Kluge, Günter Mack, Eva Maria Meineke, Hans Korte,
Josef Kreindl.
Sa
25.02.12, 20:30 Uhr
Mo27.02.12, 20:30 Uhr
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*

Der
Film beschreibt den Lebenslauf von Anita G., die sich aus einem
inneren Gefühl heraus immer in einer Fluchtbewegung befindet
und selber nicht weiß, warum und wovor sie flieht. Anita
ist jüdischer Herkunft, erlebte als Kind den Krieg und
ihre Jugend in der DDR und wechselt als Erwachsene in die junge
BRD und wird straffällig. In Braunschweig hat sie einer
Arbeitskollegin die Strickjacke gestohlen. Der Richter, der
über ihre Schuld befindet, ist das verkörperte StGB.
Anita schließt für einen Kleinunternehmer Kaufverträge
auf der Straße ab und lernt die Arglist kennen, die man
dazu braucht. Sie beschließt ein neues Leben anzufangen
und will studieren und scheitert. Kleider machen Leute - Anita
kauft einen Pelzmantel auf Pump, doch das setzt sie nur wieder
den Strafverfolgern aus. Sie wechselt die Stadt, verdingt sich
als Zimmermädchen, verliert erst die Arbeit und dann ihre
Bleibe. Sie beginnt eine Liebesgeschichte mit dem verheirateten
Ministerialrat Pichota, der sie wegen Schwangerschaft verlässt.
Sie zieht durch Städte und stellt sich am Ende der Polizei.
Mit eingefügten Bildern und Texten regt uns der montierte
Film von Alexander Kluge auf teilweise sehr vergnügliche
Weise zum Assoziieren und Nachdenken an und verbindet so neue
und alte Geschichte.
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„Werkschau
Véronique Goël“
Vom 1.3. - 19.3.2012 |
*
Véronique Goël wurde 1951 in der Schweiz geboren.
Sie machte eine Ausbildung als Schneiderin und Modellistin und
arbeitete von 1970-77 in Rom und Brüssel in der Haute-Couture.
1972 bereiste sie Nord-und West Afrika, 1974-75 lebte sie in
New York und in Florenz. Anschließend studierte sie Malerei
und Kupferstich an der Kunsthochschule in Lausanne. 1979 brachte
sie ein Film-Atelier an der Ecole supérieure d'arts visuels
in Genf zum Film. Sie besuchte Seminare mit J-M. Straub, D.
Huille und J. van der Keuken. Von 1983 bis 1989 lebte sie mit
dem amerikanischen Experimentalfilmemacher Stephen Dwoskin in
London, der auch zwei ihrer Filme produzierte. 1987 hielt sie
sich in Berlin auf. Seit 1989 lebt sie in Genf.
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"Werkschau Véronique Goël"
Kurzfilmprogramm:
Soliloque 2 - SELBSTGESPRÄCH 2 / DIE BARBAREI OmeU
CH
1982, 20min., 16mm,
von
Véronique Goël,
mit
Claudine Després, Maurice Magnoni (Stimmen)
SOLILOQUE
3 - SELBSTGESPRÄCH 3 OmU
CH
1992, 37 min, 16mm, traditionelle kabylische Musik,
B + S: Véronique Goël
SO
LONG NO SEE OmU
CH
2009, 16 min., Beta Sp, Dokumentarfilm von Véronique
Goël
In
Anwesenheit der Filmemacherin Véronique Goël
Do
01.03.12, 19:00 Uhr
So 11.03.12, 20:30 Uhr
|
*
Eine
Gegenüberstellung eines Briefwechsels mit der ereignisreichen
Geschichte Berlins. Ein lebendiges Gedächtnis gegen eine
Welt, die das Vergessen institutionalisiert.
Der Film beginnt wie ein Rätsel aus lückenhaften
Definitionen. Ein Netz sich kreuzender Blickpunkte stellt
Verbindungen her, ausgehend von einem katalytischen Element:
der Beschreibung einer Szene von Barbarei.
Der Wechsel von männlicher und weiblicher Stimme wird
durch ein brutales Klaffen unterbrochen, einem Schock in der
individuellen Lebensgeschichte. Die Konfrontation der individuellen
mit der Geschichte der Stadt reflektiert deren Einbeziehung
in die kollektive Geschichte. (Geneviève Loup)

Der experimentelle Film besteht aus fünf Komponenten:
Strassenaufnahmen in Oran, gegliedert in einen Tagesablauf.
Die farbigen Aufnahmen zeigen Gebäude, Autos, Trottoirs,
Läden und Passanten. Dazwischen geschnitten Ausschnitte
aus Schwarzweiss-Fotographien, mehrheitlich Frauengesichter
aus der Zeit des Algerienkrieges. Auf der Tonspur die Töne
der "erwachenden" und "einschlafenden Stadt".
Eine weibliche Stimme liest einen Text des algerischen Schriftstellers
Kateb Yacine: Frauenschicksalen aus der Zeit des Unabhängigkeitskrieges,
erzählt von den Frauen als Mütter, Geliebte, Kämpferinnen
und Verschleierte. Goëls Blick sucht Frauen, doch diese
sind für das Kameraauge unsichtbar. Für die Filmemacherin,
die von der Präsenz der Frauen weiss, sind sie abwesende
Anwesende. (Alexandra Schneider)
Ein stehendes Bild aus einem Wagen der Berliner S-Bahn auf
einen Bahnhof, und nach dem Geräusch des Türeschliessens
der Schnitt auf das nächste stehende Bild. (...) Mit
dem Wort ‚Zurückbleiben’ aus den Lautsprechern
und dem anschliessenden Zuschlagen oder Schliessen der Türen
gibt es die nächste Einstellung und wieder die nächste
... Bis dann Véronique Goël den Originalton wegnimmt,
Stille eintreten lässt (die Bilder entblösst) und
in sie hinein mit ihrer Stimme einsetzt: einen Brief an Stephen
(Dwoskin) liest, in dem sie von ihrer Arbeit berichtet und
mitteilt, wie sehr die Nachricht vom Tod Luc Yersins, den
sie seit ihrer Teenagerzeit gekannt und mit dem sie einige
Male zusammengearbeitet hat, sie trifft. – Das ist also
ein Epitaph in Form eines Films für den am 30. Mai 2008
in Lausanne verstorbenen Luc Yersin, der Tonmann für
eine Vielzahl von schweizer Filmen, aber auch für Godard,
Bresson und andere war.(...) Die Fahrten sind zum Stillstand
gekommen, aber das Leben geht weiter ...
Man kann darin, über den Bezug auf Luc Yersins Tod hinaus,
auch eine Reflexion auf das Filmemachen überhaupt sehen.
(Johannes Beringer)
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"Werkschau
Véronique Goël"
Kenwin
OmU
CH
1996, 85 min., 16mm,
von
Véronique Goël
Am 1. + 8.3. in Anwesenheit der Filmemacherin Véronique
Goël
Do
01.03.12, 21:00 Uhr
Do 08.03.12, 20:00 Uhr
Mo 19.03.12, 21:30 Uhr
|
*
Die Villa KENWIN wurde 1930-31 in Tour-de-Peilz am Ufer des
Genfersees erbaut. Sie war ein radikal moderner Bau, von Hermann
Henselmann im Auftrag des Filmemachers Kenneth Macpherson und
des Schriftstellers Winifred Ellerman (Bryher) entworfen, die
das Haus zusammen mit der Dichterin HD bewohnten. Es war ein
Schauplatz neuer schöpferischer und zwischenmenschlicher
Beziehungen, auch gedacht als Filmstudio für künftige
Projekte. Von dieser schöpferischen Periode zeugen unter
anderem die Kinozeitschrift Close up, herausgegeben von Bryer(1927-33),
und der Avantgardefilm "Borderline" von Kenneth Macpherson(1930).
Die Bewohner der Villa Kenwin befanden sich im internationalen
Geflecht der modernen Künste. Nur Bryher lebte bis zu ihrem
Tod im Jahre 1983 in der Villa KENWIN. 1987 wurde sie vom Architekten
Giovanni Pezzoli gekauft und vollständig restauriert.
"Kenwin"
ist ein vielschichtiges filmisches Gedicht - Erkundungen im
Haus, Filmbilder von dessen Bau, dessen Niedergang; Bilder aus
den verlorenen Filmen Macphersons, Fotos, Alben, Briefzeugnisse.
Wir sehen einen Film, der uns mit dem Haus die Spur einer Geschichte
und eine Epoche der Architektur und der Künste wieder aufleben
läßt, aber auch Einblick gibt in die Aktivitäten
und die Beziehungen der Personen, die die Villa erbauen liessen.
Ihr Architekt Hermann Henselmann (1905-1995) hatte nach dem
Krieg - trotz aller Differenzen - einen prägenden Einfluß
auf die Architektur der DDR.
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"Werkschau
Véronique Goël"
HANS
SCHMIDT – ARCHITEKT DF
2005,
45 min., BetaSp,
R:
Véronique Goël,
K:
Thomas Keller, Grischa Duncker, Véronique Goël
Am
8.3. in Anwesenheit der Filmemacherin Véronique Goël
Fr
02.03.12, 19:00 Uhr
Do a 08.03.12, 20:00 Uhr
|
*
Hans
Schmidt war in den zwanziger Jahren Exponent des Neuen Bauens.
Ihm ging es nie um Singularität und persönlichen Ausdruck,
sondern um sozialen Wohnungsbau und Gründung von Genossenschaften
– die Kunst des neuen Bauens sollte auch der arbeitenden
Bevölkerung zugute kommen. Wenn Architektur Organisierung
des Raums ist, so ist für Schmidt räumliche Einheit
nur zu denken in Verbindung mit dem ganzen Raum, also der Umgebung,
der Landschaft, der Bewegung darin, dem Transportwesen, der
Infrastruktur. (Johannes Beringer)
1930 stößt Schmidt zu der Architektengruppe um Ernst
May, die in der UdSSR baut. 1937 muss er Moskau wieder verlassen,
er kehrt nach Basel zurück und sucht nach einer Synthese
zwischen dem modernen Rationalismus und der volkstümlichen
Schweizer Bauweise. Boykottiert wegen seines linkspolitischen
Engagements, zieht er 1956 nach Ostberlin, wo er als Theoretiker
und Dozent tätig ist, aber ebenfalls keine Möglichkeit
zu bauen erhält. Der Film montiert Entwurfsskizzen Schmidts
in den realen gebauten Raum hinein, z.B. Alexanderplatz &
Fernsehturm.
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Les
veilleuses de Thomas Keller - Die Wächterinnen
CH
10, 60min., Blue Ray, Realisation und Bild Thomas Keller
In
Anwesenheit des Filmemachers Thomas Keller
Fr
02.03.12, 20:30 Uhr |
*
Es
gibt nicht mehr genügend Orte, deshalb muss man sie zeigen.
In LES VEILLEUSES geht es nicht minder um Landschaft als Sehnsuchtsort,
als um die Gefühle der darin gezeigten Frauenportraits.
Der Film ist einerseits der Malerei und der Fotografie verwandt,
andererseits dem originär kinematographischen Prinzip der
Dauer.
Blicke auf Orte, auf Landschaften, aber auch Blicke aus ihnen
heraus, aus den Augen der portraitierten Frauen .
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Borderline
UK/CH
1930, 71min., DVD,
R:
Kenneth Macpherson,
D:
Paul Robeson, Eslanda Robeson, Helga Doorn, Gavin Arthur, Charlotte
Arthur, Blanche Lewin, Robert Herring
Fr
02.03.12, 22:30 Uhr
|
*
Mit
der amerikanischen Dichterin HD, dem schwarzen engagierten Sänger
Paul Robeson und seiner Frau Eslanda als Darsteller ist Borderline
ein aussergewöhnliches Werk: eine bemerkenswerte Synthese
der formalen Experimente der europäischen Avantgarde in
der letzten Phase des Stummfilms.
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Behindert
BRD
1974, 94min., BetaSp,
Stephen
Dwoskin
Sa
03.03.12, 20:30 Uhr
|
*
Der englische Filmemacher Stephen Dwoskin legt mit diesem
Film Zeugnis ab von seiner eigenen Behinderung. In ungewöhnlichen
Kameraperspektiven lichtete er Alltagssituationen ab, die
er assoziativ montierte. Es entstand eine eigenwillige, betont
subjektive, fast manieriert wirkende Studie von Wahrnehmung
und Verhalten - ebenso eindringlich wie verwirrend.
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Zwei
Protokolle DF mit franz.U
BRD
1977, DVD, 42min.,
R:
Wolfgang Höpfner
In Anwesenheit des Filmemachers Wolfgang Höpfner
So
04.03.12, 18:00 Uhr
|
*
Roland
Otto und Karl-Heinz Roth waren über 2 Jahre in Untersuchungshaft,
davon über 20 Monate in Isolationshaft.
Im Juli 77 mußten beide freigesprochen werden.
Wir hören ein Interview mit dem gerade aus der Haft entlassenen
Karl-Heinz Roth zur Isolationshaft und sehen Bilder eines neu
gebauten Gefängnisses.
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"Werkschau Véronique Goël"
Un
autre été - Ein anderer Sommer OmU
CH
1981, 85min., 16mm,
R:
Véronique Goël,
D:
Patrice Bornand, Carlo Brandt, Claude Durand, Jean-François
Després, Ackli Khenoun, Pierre Maillard, Robert McNaughton,
Yves Tenret
Am
4.3. in Anwesenheit der Filmemacherin Véronique Goël
So
04.03.12, 20:00 Uhr
Fr
16.03.12, 19:30 Uhr
|
*
Der
Film schildert die ganz gewöhnliche Existenz von zwei
jungen Männern, die sich mit dem Verteilen von Werbebroschüren
finanziell über Wasser halten und des Abends mit Bekannten
in Kneipen und Spielsalons herumhängen. Körper,
Sex, Schlaf und Arbeit - das sind die immer wiederkehrenden
Themen dieses Films, der nicht vorgibt zu analysieren, sondern
lediglich das soziale Milieu von Menschen vor Augen führt,
die weder Vergangenheit noch Zukunft haben. Ein Milieu, aus
dem keine Persönlichkeit hervorgehen kann, in dem jedoch
manchmal Subjektivität sichtbar wird.
Der Film setzt sich aus einzelnen Sequenzen zusammen, die
alle gleich lang sind. Seine Einheit und Dynamik verdankt
er der repetitiven Struktur, der rhythmischen Vielfältigkeit
jeder einzelnen Einstellung und dem Spiel mit dem Ton, den
Stimmen und der Stille.
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"Werkschau
Véronique Goël"
Précis
OmU
CH/GB
1985, 82min., 16mm,
R:
Véronique Goël, Scherzo films,
Mit: Yves Tenret, Véronique Alain, Marcel Bonini, Nicolas
Wadimoff, Claudine Després, Aline Horisberger, Arielle
Meyer
Am
5.3. in Anwesenheit der Filmemacherin Véronique Goël
Mo 05.03.12, 20:00 Uhr
So
18.03.12, 19:30 Uhr
|
*
In
20 exemplarischen Sequenzen umreißt und seziert die Regisseurin
mit einer zumeist unbewegten Kamera den Alltag eines jungen
Mannes: Ein Leben voller Wiederholungen, Löcher und fremdbestimmter
Gleichförmigkeit, in dem die Zeit als erratischer Block
das Leben zu erdrücken droht. Die eigenwilligen und beziehungsreichen
Ton-Bild-Kompositionen stellen den Zuschauer vor die Wahl, entweder
draußen zu bleiben oder sich ganz auf den Film einzulassen;
Kompromisse gibt es nicht.
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"Werkschau
Véronique Goël"
Voicing
through Saussure franz.O.m.engl.U
Ch
09, 64min., beta sp,
von
Véronique Goël,
mit
Vincent Barras, Jaques Demierre
In
Anwesenheit der Filmemacherin Véronique Goël
Mo 05.03.12, 22:00 Uhr
So
12.03.12, 22:00 Uhr
|
*
Ferdinand
de Saussure`s Zeichentheorie und sprachwissen-schaftliche Arbeiten
haben die Linguistik des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst.
Er gilt als Begründer der strukturalistischen Sprachwissenschaft.
Neben der sprachwissenschaftlichen Ebene gibt es aber auch eine
poetische Dimension, welche noch sichtbar gemacht werden muß:
die Stimme, als erste Komponente des schöpferischen Akts.
Voicing through Saussure spürt diesem nach.
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Kurzfilmprogramm:
Corneille/Brecht
F
09, 26min., Beta Sp,
R+B:
Jean-Marie Straub, Cornelia Geiser
L’inconsolable
F/Ch
11, 15min., Beta Sp,
von Jean-Marie Straub,
D: Giovanna Daddi, Andrea Bacci
Europa
2005
F
06, 11min., Beta Sp,
R+B: Danièle Huillet & Jean-Marie Straub
Do
01.03.12, 19:00 Uhr
|
*

Der
Text von Corneille, der Text von Brecht und eine Frau, die
diese Sprache hervorbringt wie eine Skulptur, ein Feuer, eine
atmende Form. Und im «Tigersprung ins Vergangene»,
wie Walter Benjamin sagt, steht das Bild der Gegenwart als
Schock vor uns auf. «Lange schon war unsre Zeit nicht
unsre.»
L’Inconsolable
ist die Geschichte des Orpheus, der alte Mythos, von Pavese
neu erfunden, dargelegt im Gespräch, Rede und Widerrede
zwischen Orpheus und einer Bacchantin. Der Blick zurück
als Blick in die eigene Geschichte, als Eingedenken, als Schmerz.
Und das Ganze als lebendige Gegenwart zweier Menschen im Wald,
sprechend, lauschend, dazwischen das Rauschen des Windes.
«Stop!
Ne risque pas ta vie» steht in großen Lettern
auf der Hausmauer, bevor die Kamera wie zum Trotz zu schwenken
beginnt und ein leeres Gebäude zeigt, vor dem die Kirschbäume
in den prächtigsten Farben blühen. Am 27. Oktober
2005 kamen hier, im französischen Clichy-sous-Bois, die
beiden Jugendlichen Bouna und Zyed im Zuge einer Hetzjagd
durch die Polizei zu Tode. Auf der Flucht suchten sie Schutz
in diesem Transformatorhaus - und verbrannten bei lebendigem
Leib. Das Hundegebell, das aus dem Off zu vernehmen ist, weckt
die Erinnerung an die Verfolgung an diesem Oktobertag. Sechsmal
montieren Straub und Huillet dieselbe Szenerie, jeweils endend
mit dem Schrifttitel «Chambre à gaz. Chaise électrique».
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"Werkschau Véronique Goël"
Perfect
life OmU
CH
1991, 82min, 16mm,
R:Véronique Goël,
Mit:
Hélène Lapiower , Bernardo Zavattini , Radjan
Titus, Roland Vouilloz, Patricia Bopp, Rolf Wäber
Am
5.3. in Anwesenheit der Filmemacherin Véronique Goël
Fr 09.03.12, 21:00 Uhr
Sa
17.03.12, 21:30 Uhr
|
*

"Perfect
Life" bildet zusammen mit "Un autre été"
(1981) und "Précis" (1985) eine Trilogie."
Sieben Personen: ihre geographische und kulturelle Herkunft
ist unterschiedlich, gemeinsam ist ihnen eine relative soziale
Unbestimmtheit. Sie sind ohne Familie und leben im selben
Stadtteil einer Grossstadt. Die Gruppe ersetzt die Familie,
was die Sicherheit anbelangt, und so wie sie dargestellt
wird, liegt der Schwerpunkt eher auf dem Trennenden als
auf dem Verbindenden, auf der Isolation. Die Welt der Musik
spielt eine zentrale Rolle; sie steht ganz im Gegensatz
zur Nüchternheit ihrer Kommunikationsweise.
"Perfect Life ist eine strenge, beinah abweisende "Kantate"
des entfremdeten Lebens, grundiert durch den entsetzlichen
Lärm des Autoverkehrs und verstärkt durch die
Verwendung von Musik und Gesang. Die zielgerichtet-endlosen
Gänge einer Losen Gruppe jüngerer Männer
und Frauen durch die Stadt, ihre Rumpfformen von Kommunikation
lassen allmählich ein durch Verletzungen und Rivalitäten
geprägtes Beziehungsgeflecht hervortreten." (NZZ)
.
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Kurzfilmprogramm:
Färblein
21min.,
16mm, stumm,
R:
Bärbel Freund und Rainer Bellenbaum
Fala
Lala
1991,
11min., 16mm,
R:
Karl Heil
In
Anwesenheit der Filmemacher Bärbel Freund und Karl Heil
Sa
10.03.12, 19:00 Uhr
|
*

Matte, ins Grau gehende Gelbs, verwaschene Blaus und
ausgediente Rots, zarte Graus aller Schattierungen auf Zäunen,
Balkonen, Tankstellen, Straßenbahnen; komponiert zu
einem kleinen Gedicht über die Farben der ehemaligen
DDR. (Renate Sami)
Wenn
eine Ehefrau allein irgendwohin fährt, so läuft
der Ehemann ständig im Zimmer auf und ab und weiß
nicht, wohin mit sich. Der Mann bekommt schrecklich lange
Fingernägel, wackelt mit dem Kopf, und sein Gesicht bedeckt
sich mit kleinen schwarzen Punkten. Ein Bild-, Tonbericht
über die wundersamen Dinge, die beiden geschehen, bis
sie schließlich ein glückliches Leben beginnen..
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"Werkschau
Véronique Goël"
Kurzfilmprogramm:
Poble no sp.mit dt.Ü.
CH
06, 30min., BetaSp,
R:Véronique
Goël
Agbar
CH
05, 11min., Beta Sp,
R: Véronique Goël
In
Anwesenheit der Filmemacherin Véronique Goël
Sa
10.03.12, 21:00 Uhr
Mo 12.03.12, 20:30 Uhr |
*

Barcelona
2004, das Jahr des gefeierten Forums der Kulturen und seines
berühmten «Verhaltenskodexes», der den Respekt
vor der Umwelt und den Menschen in all ihren Umständen
predigte. Im Industriequartier, das nutzlos geworden ist, machen
sich die Bulldozer und die Spekulanten ans Werk. Ein Film über
ein aufgerissenes Territorium, einen riesigen Bauplatz, aus
dem da und dort die Verstiegenheit einiger Türme und Grossüberbauungen
(Verwaltungssitze, Luxushotels, etc.) ragt und ihr Entstehen
ankündet..

Die
von Jean Nouvel konzipierte "Torre Agbar" in Barzelona
ist ein 144 Meter hoher Turm, ein gewölbter, ovalförmiger
Zylinder mit einer kreisrunden Fassade aus Glas und Metall.
Was kann man über ein solch mächtigen Eingriff in
die Stadtlandschaft sagen? Véronique Goëls Standpunkt
ist radikal und minimalistisch. In vier Standauf-nahmen, die
das Bauwerk ins dichte Stadtgefüge mischen, zeigt sie eher
einen in der perfekten Banalität des ihn umgebenden Alltags
verfangenen Turm. In spanisch, französisch und englisch
werden drei Texte gelesen. Der erste stammt von einem Werbeplakat
für die Stadt Barzelona, der zweite beschreibt die Nutzung
der einzelnen Etagen des Gebäudes, der dritte ist die Beschreibung
des Turms von Jean Nouvel selber. Wie in Chris Markers "Lettres
de Sibérie" geben die Kommentare ein und derselben
Szene verschiedene Bedeutungen. Die Stimmen in der letzten Aufnahme
suggerieren ein Plappern, das mit dieser Torre Agbar nicht fertig
wird..
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"Werkschau
Véronique Goël"
Caprices
engl.OF
CH/GB
1988, 56min., 16mm,
R:Véronique
Goël,
Mit:
Alexander Balanescu, Clare Connors, Dooly Koritzer, Rohan
de Saram, Patti Palladin
In
Anwesenheit der Filmemacherin Véronique Goël
Sa
10.03.12, 22:30 Uhr
Mo 12.03.12, 19:00 Uhr
|
*

Der
Film zeichnet ein skizzenhaftes Portrait von Alexander Balanescu,
dem virtuosen Geiger und ehemaligen Mitglied des Arditti
Quartetts. «Caprices» ist aber trotzdem kein
Dokumentarfilm im eigentlichen Sinne. Die verschiedenen
Aspekte des Privat- und Berufslebens (Konzerte, Üben,
Unterricht, Reisen) des Künstlers wurden inszeniert.
Während des ganzen Films spielt Balanescu ein und dasselbe
zeitgenössische Musikstück - die sechs Capriccios
für Solovioline des italienischen Komponisten Salvatore
Sciarrino. Diese Musik begegnet uns im Konzert, als Filmmusik,
beim täglichen Üben und als Hintergrundmusik.
«Caprices» versteht sich nicht nur als Musiker-Portrait,
sondern hinterfragt auch die Art, wie man Musik verfilmt
und wie sich das Wesen eines Musikstücks wandeln kann
je nach den Umständen, unter denen es gehört wird...
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Menschen
am Kanal
D
1999, 22min., 16mm,
R:
Bernhard Sallmann
Bernhard Sallmann angefragt
So 11.03.12, 18:00 Uhr
|
*
MENSCHEN
AM KANAL registriert in einem distanzierten Erzählgestus
die Veränderungen des - nunmehr transitorisch gewordenen
und nomadenhaft besuchten - Ortes und stellt mit den präsentierten
Stimmen von KanalbesucherInnen Fragen nach Konstruktionsformen
von und Erinnerungsformen an deutsche/r Geschichte.
Wie können Bild und Ton das Verschwundene erfassen?
.
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Ei
oder Johan, der Bäcker
NL
1987, 56min.,
R:
Danniel Danniel
D:
Johan Leysen, Marijke Veugelers, Jake Kruyer, Coby Timp, Peter
Smits, Piet Kamerman
Fr
16.3.12, 21:30 Uhr
Sa 17.3.12, 19:30 Uhr
So 18.3.12, 21:30 Uhr
Mo19.3.12, 19:30 Uhr
|
*
Ein
kleiner fast verschollener Film für Freunde des leisen
Humors. „Ein Film mit umgekehrten Vorzeichen: der
Humor tut weh, und die Ernsthaftigkeit ist zum Totlachen.
Ein Meisterwerk des Understatements- einer der wenigen wirklich
subversiven Erzählfilme.“ [Tip]
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"Zum Weltwassertag"
Und
dann der Regen - Tambien la lluvia OmU
E/F/Mex
10, 102min., 35mm,
R:
Icíar Bollaín,
D:
Juan Carlos Aduviri, Luis Tosar, Gael García Bernal
Am
22.3.in Anwesenheit von Johanna Erdmann und Dorothea Härlin
mit aktuellem Bericht vom Alternativen Wasserforum in Marseille.
Do
22.3.12, 19:30 Uhr
Fr
23.3.12, 20:30 Uhr
Sa 24.3.12, 20:30
Uhr
So 25.3.12, 20:30 Uhr
Mo 26.3.12, 20:30 Uhr
|
*

Ein
engagiertes Filmteam will in Bolivien die Geschichte von
Christoph Kolumbus und seiner gewaltvollen Eroberung des
amerikanischen Kontinents verfilmen. Doch während der
Dreharbeiten in Cochabamba drohen soziale Unruhen. Die Wasserversorgung
der Stadt ist an einen multinationalen Konzern verkauft
worden. 500 Jahre nach Kolumbus kommt es erneut zu gewalttätigen
Konfrontationen zwischen der indianischen Bevölkerung
und einer hochgerüsteten modernen Armee.

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