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„Der Mensch betrachtet die Natur und diese erwidert den Blick!“

Der Ornithologe OmU
P/ F/, Brasilien 2016, 117 Min,

R: Joao Pedro Rodrigues
K: Rui Pocas

D: Paul Hamy, Xelo Cagiao, João Pedro Rodrigues, Han Wen, Chan Suan, Juliane Elting, Flora Bulcao

Fr 6.10.17, 20:30 Uhr
Sa 7.10.17, 20:30 Uhr
So 8.10.17, 20:30 Uhr
Mo 9.10.17, 20:30 Uhr

 


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„»Der Ornithologe« ist Rodrigues' bisher persönlichster Film. Auch er hat einst Ornithologie studiert und dann zum Glauben gefunden. Aber trotz ihrer Nähe zur katholischen Ikonographie entzieht sich diese queere Heiligengeschichte jeglichem Dogmatismus. Christliche Legenden vermischen sich mit heidnischen Mythen, antike Ideen gehen Hand in Hand mit modernen Überzeugungen, religiöses Pathos trifft auf blasphemisches Begehren. Auch im Glauben legt sich Rodrigues nicht fest. Alles ist in Bewegung und geht immer wieder neue Verbindungen ein, die einen ebenso verzücken wie verstören können. Am Ende kommt es dann zur wundervollsten aller Metamorphosen. Aus Fernando wird Antonius, und auch der Darsteller verwandelt sich von einer Einstellung zur nächsten. An die Stelle Paul Hamys tritt João Pedro Rodrigues. Die Kunst ist das eigentliche Reich der Götter.“ EPD

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Der GRIECHISCHE SALON:

Solidarische Ökonomie in Griechenland - Ein Beitrag zur Überwindung der Krise?

Vortrag, Berichte, Beispiele

 

Do 12.10.17, 19:30 Uhr

 

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Ökonomische Krise und katastrophale Austeritätspolitik: Die griechische Wirtschaft und staatliche Institutionen können vielen Menschen nicht mal mehr das Notwendigste zum Überleben bereitstellen.
Dafür erleben praxisbezogene alternative ökonomische Ansätze – Tauschnetzwerke, Kooperativen, Selbsthilfe-Initiativen – in den letzten Jahren eine bemerkenswerte Konjunktur. Welche Chancen liegen in diesen Formen alternativer Ökonomie? Kann die praktische Solidarität helfen, kapitalistische Marktbeziehungen zu überwinden? Oder sind die Initiativen lediglich aus der Not der Griech*innen geboren und faktisch ohne nachhaltige Perspektive? Wir wollen es genauer wissen und haben dazu eingeladen:
Klaus Prätor – der über das Thema Solidarische Ökonomie referiert und die konkrete deutsch-griechische „SoliOli“ Kampagne („Solidarität in und mit Griechenland“) vorstellt. Julia und Margianna Xirogianni – berichten von ihrer Oliven(öl)kooperative „Greenland“ bei Kalamata (Peloponnes)
Vanessa Stimpel – stellt das Selbsthilfe-Projekt „Pervolarides“ (Die Gärtner) aus Thessaloniki und eine Crowdfunding-Kampagne zu dessen Unterstützung vor.

Veranstalter: Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin, "SoliOli"-Kampagne, Regenbogenfabrik, attac Berlin. Unterstützt durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung

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Zum 1. Todestag von Andrzej Wajda

Der Mann aus Marmor DF

Polen 1976, 161 Min,

R: Andrzej Wajda

D: Jerzy Radziwilowicz, Krystyna Janda, Tadeusz Lomnicki, Jacek Lomnicki, Michal Tarkowski, Piotr Cieslak, Krystyna Zachwatowicz

 

Fr 13.10.17, 20:30 Uhr

 

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"Agnieszka geht in ihrer Abschlussarbeit für die Filmhochschule dem Leben eines Maurers nach, der in den 1950er-Jahren zuerst als «Held der Arbeit» gefeiert, dann zum Opfer der Politik wurde.
«1976 fertiggestellt, im Februar 1977 uraufgeführt, liefert Wajdas Film eine rücksichtslose, mit Intelligenz und Kino-Fantasie geführte Abrechnung mit den ‹Fehlern› und ‹Abweichungen› der stalinistischen Zeit. Energisch, mit zupackender Erzählkraft, ohne sich in wohlfeilen Gewissheiten zu wiegen, zeigt Wajda die Auswirkungen von Heuchelei und Lügen früher Jahre auf das unterschwellig registrierbare politische Klima der polnischen Gegenwart.
Hartnäckig hatte Wajda 13 Jahre auf die staatliche Drehgenehmigung für das heikle Sujet warten müssen. Und als der Film dann vorlag, konnte er erst nach längeren internen Parteidiskussionen anlaufen. Zunächst fürs Ausland gesperrt, erschien der Film 1978 überraschend im Programm des Festivals von Cannes (...).
Auf mehreren souverän ineinander verflochtenen Erzählebenen entfaltet Wajda sein episches Filmfresko. Mit subtiler Rückblendentechnik kreist er die Ursachen geschichtlicher Entwicklungen ein und springt aus der Gegenwart Polens zurück bis in die Nachkriegszeit. Seine Erinnerungsarbeit, gegen das saturierte Gewissen des politischen Establishments gerichtet, bürstet die Partei-Geschichtsschreibung kräftig gegen den Strich.»
(Arnd Schirmer, Der Spiegel, 36/1979)

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Unsere Geschichte - Meine Kindheit in Stettin
Deutschland 2016, 44 Min,

Dokumentation von Wioletta Weiss

Eine Veranstaltung in Kooperation mit Städtepartner Stettin

 

In Anwesenheit der Filmemacherin

Sa 14.10.17, 18:00 Uhr

 


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Die letzten heute noch lebenden Stettiner wurden als Kinder vertrieben. Jetzt, im hohen Alter, denken sie an ihre alte Heimat noch öfter zurück als früher. Genau das jedoch fällt ihnen oft schwer, weil es keine unbelasteten Erinnerungen sind und sie es dadurch sehr bewegt. Manchmal fürchten sie auch, in die rechte Ecke gestellt zu werden, wenn sie offen über ihre Gefühle sprechen. Wioletta Weiss kennt das deutsche Stettin aus den Erzählungen ihrer Familie. Die polnische Journalistin fragt, wie die letzten Stettiner sich ihrer Kinderjahre erinnern und was sie heute noch nach Stettin zieht. Sie begleitet sie an die Orte ihrer Kindheit - dorthin, wo sie jetzt wieder leben oder es sie als Touristen zieht. Wioletta Weiss lässt sich die persönlichen Filme, Fotos und Andenken aus den 30er und 40er Jahren zeigen. Es sind Erinnerungsstücke, die die Stettiner wie Heiligtümer aufbewahren.

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Die Rückreise sensibler Sammlungen

Der Geist ruft aus der Ferne OmU

2015, 62 Min,

Dokumentarfilm von
Erika Harzer und Rainer Hoffmann

SOBRE LA 2da CONSULTA DE LOS WIRRARITARI A LAS COLECCIONES DE DAHLEM OmUe
2017, work in progress, ca 15 Min,
Video von Gabriel Rosseli Santillán

Im Anschluss Gespräch mit den anwesenden Regisseurinnen auf Deutsch und Spanisch.

 

So 15.10.17, 18:00 Uhr

 

Das 19. Jahrhundert mit seiner Kolonialpolitik prägt auch die Schweiz. Der Naturwissenschaftler Jakob von Tschudi hatte auf seiner letzten Südamerika Reise eine heilige Aymara Statue entwendet, die 1929 in den Besitz eines Berner Museums kam. In dem Dokumentarfilm geht es um den langen Prozess der Rückgabe dieser Statue, der Illya del Ekeko, an die bolivianische Regierung und das bolivianische Volk.

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Im Video von Gabriel Rosseli Santillán führen zwei wichtige Autoritäten der indigenen Gemeinde der Wirrarika und Vertreter der Wirrarika Philosophie Zeremonien eine Befragung im Archiv des ethnologischen Museums Dahlem Ende 2016 durch. Sie geben der Museumsleitung konkrete Empfehlungen für den Umgang mit der musealen Magazinordnung der zeremoniellen Objete und Opfergaben ihrer Gemeinde, die der Ethnologe Konrad Preuss Anfang des 20. Jahrhunderts für das Ethnologische Museum in Dahlem gesammelt hatte.

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Filmgeschichte der 70er

QUEIMADA DF
It 1969, 115 Min, 35mm,

R: Gillo Pontecorvo,

D: Marlon Brando, Evaristo Marques, Evarista Marquez


Mo 16.10.17, 20:30 Uhr

 


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Um die Mitte des 19. Jahrhunderts inszeniert der Abenteurer William Walker auf der Antilleninsel Queimada einen Sklavenaufstand gegen die portugiesischen Kolonialherren, um die Insel unter britischen Einfluss zu bringen. Zehn Jahre später holt man ihn wieder auf die Insel, um einen neuen Aufstand blutig zu unterdrücken. Diesmal macht Walker Jagd auf den Anführer der farbigen Guerilleros, der vorher sein Werkzeug war.

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Familien, hier und anderswo

Meine glückliche Familie OmU
D/Georgien 2016, 120 Min,

R: Nana Ekvtimishvili, Simon Groß, K: Tudor Vladimir Panduru

D: Ia Shugliashvili, Merab Ninidze, Berta Khapava, Tsisia Kumsishvili,, Giorgi Khurtsilava

 

Fr 20.10.17, 20:30 Uhr
Sa 21.10.17, 20:30 Uhr
So 22.10.17, 20:00 Uhr
Mo 23.10.17, 20:00 Uhr

 

 

 

 


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" Was unausweichliche Nähe heißt, ist in den meisten westlichen Häusern längst vergessen, hier aber führt sie Regie. Das Elternpaar, das sich den Augen der Großeltern kaum entzieht, das Zimmer, in dem die erwachsene Tochter mit ihrem Freund liegt, während die Mutter in den Schränken räumt: kein Entkommen. Der andere Mensch ist dauernd zum Greifen nah. Die Bilder des Films (...) bringt in die Vorstellungskraft zurück, was auch im Westen üblich war: Dichte. Und es gelingt diesem Film, die Angst von einer Szene zur nächsten wachsen zu lassen, anlasslos: die Angst vor Gewalt, der alltäglichen, in der das Recht auf körperliche Unversehrtheit keine Chance hätte.
Von Anfang an: Eine Frau bahnt sich den Weg durch hupende Lieferwagen, um am Kiosk das Anzeigenblatt zu kaufen, sie sucht eine Wohnung. (...) Die Wohnung, die sie dann anmietet, sieht so heruntergekommen aus, dass man die Frau bemitleidet, bevor man Gründe für ihre Suche kennt. (...)
Dann eine gemütliche, helle Familienwohnung, Bücher, Bilder, Vorhänge, Kissen, ein großer Tisch, an dem sich die Generationen versammeln, die Großeltern, zwei erwachsene Kinder mit ihren Gefährten, die Eltern: der bärtige Soso, seine Frau Manana – sie ist es, die Wohnungssuchende. So eng, so dicht ist das familiäre Leben in dieser Etagenwohnung, dass die Kamera für ihre Einstellungen kaum Abstand einnehmen kann, ihr Modus ist die unfreiwillige Nähe, was sie aufnimmt, ist unvermeidlicher Lärm. Hier wird gefeiert. Weingläser, Kuchen, Zigaretten, ein paar Männer singen zur Gitarre, ein Stimmengewirr brabbelt und kakelt dazu, die Großmutter zetert unaufhörlich, und auf dem Balkon steht bald, wie erstarrt und stumm, die Frau, deren Geburtstag das sein soll: Manana. An diesem Tag sagt sie, die 52-jährige Lehrerin, Mutter, Frau, Tochter, dass sie jetzt gehen wird. Ausziehen. Fortan werden alle sie fragen: Warum? Sie nennt keinen Grund. Sie packt. Und zieht alleine um in die elende Wohnung, die nun wie ein Sehnsuchtsort wirkt: Sie ist ruhig. Die Tür bleibt zu. Niemand spricht. (...) Die lange Individualisierungsgeschichte, die in den Wohlstandsgesellschaften seit 200 Jahren für immer mehr Wohnraum gesorgt hat, für das Recht auf geschützte Körpergrenzen und gleichzeitig für millionenfache Vereinzelung, trägt sich in dieser georgischen Familie im Zeitraffer zu. Wenn Manana in ihrer neuen Wohnung endlich allein am Fenster sitzt, ein aufgeschlagenes Buch vor sich, die Haare gelöst, zum Klang von Chopin, dann spielen diese Bilder routiniert die klassischen Sehnsuchtsmotive der Romantik durch, (...).

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Doch dieser Film wäre nicht so ergreifend, hätte er daran genug. Mananas Mann Soso ist die Freundlichkeit selbst, zurückhaltend zugewandt. Und doch, das erfährt man, hat er seiner Frau vor langer Zeit Schreckliches angetan. Eines Tages aber sitzt auch er an ihrem Fenster. Und die Ruhe, die nun zwischen Mann und Frau entsteht, öffnet, gänzlich unerwartbar, eine andere Welt, in der ein Mensch spricht und der andere zuhört, antwortet, geduldig, umsichtig, Satz für Satz, bis die Frau fragen kann: "Und wer bist du?" Was für ein radikaler Entwurf: ein Raum für zwei." Die Zeit
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Blick auf die 70er in Italien

"Oreste Scalzones 1977, die autonome Bewegung in Italien"

 

Mit und von Oreste Scalzone mit anschl. Diskussion

 

 

Di 24.10.17, 19:00 Uhr

 

 

 

 


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Oreste Scalzone, Zeitzeuge der autonomen Bewegung in den 70er Jahre in Italien, ist Mitgründer von Potere Operaio und später Teil von Autonomia Operaia. Im Prozess am 7. April 1979 wurde er gemeinsam mit anderen Angeklagten wegen "Umsturzversuch gegen den Staat" und "Aufruf zum bewaffneten Aufstand" verurteilt. Nach 3 Jahren U-Haft gelang ihm die Flucht ins Exil, wo er 26 Jahre lebte.

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Soliparty mit den Tortenhebern

special guest DJ Schürgi

für Flamingo e.V. Netzwerk für geflüchtete Frauen* und Kinder

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Sa 28.10.17, 20:00 Uhr

 

 


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Ab 20.00 Uhr Vorstellung des Projektes Flamingo e.V., ab 20.00 Uhr Party

Flamingo e.V. ist ein in Berlin tätiger gemeinnütziger Verein zur Unterstützung geflüchteter Frauen* - alleinstehend, schwanger und/oder mit Kindern - und unbegleiteter minderjähriger Geflüchteter, unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem Aufenthaltsstatus.

Unsere Mitglieder sind Frauen*, die zum grossen Teil selbst eine Migrations- oder Fluchtgeschichte haben. Im Sommer 2015 haben wir den Verein gegründet, um unsere Ziele effektiver zu verfolgen:

Autonomie, Selbstbestimmung, eine gesellschaftliche Teilhabe und die Stärkung
der Rechte aller geflüchteten Frauen* und Kinder

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Zum Tag der Einheit

Mein wunderbares West-Berlin
D 2017, 95 Min,

R+B: Jochen Hick

mit: Egmont Fassbinder, Romy Haag, Peter Hedenström, Gerhard Hoffmann, René Koch, Wilfried Laule, Dirk Ludigs u.v.a.

 


Fr 29.9.17, 20:30 Uhr
So 1.10.17, 20:30 Uhr
Mo 2.10.17, 20:30 Uhr

Di 3.10.17, 20:30 Uhr


 

 

 

 


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„Mein wunderbares West-Berlin” nimmt uns mit auf eine faszinierende schwule Zeitreise: in die 50er und 60er, in denen die West-Berliner zwar noch massiv unter den Einschränkungen und Verfolgungen durch § 175 zu leiden hatten, sich aber dennoch bereits eine lebendige Subkultur mit Szene-Bars und Klubs aufbauen konnten; in die 70er, jene Zeit der bahnbrechenden Emanzipationsbewegungen und gesellschaftlichen Umbrüche; und in die 80er, die geprägt waren von einer Ausdifferenzierung queerer Lebensentwürfe, aber auch den verheerenden Folgen von Aids, die Berlin so heftig trafen wie keine andere deutsche Stadt.
Der Film lässt prominente und weniger prominente Protagonisten zu Wort kommen: Aktivisten und Lebenskünstler, Travestie-Stars und Museumsgründer, Filmregisseure und Clubbetreiber, Modemacher und DJs. Sie erzählen von persönlichen und gesellschaftlichen Kämpfen, erinnern sich an heimliche Blicke und rauschhaften Sex, legendäre Partys und wütende Demonstrationen, leidenschaftliche Streits und ungeahnte Bündnisse. Zusammen mit zum Teil noch nie gesehenem Archivmaterial entsteht so ein faszinierendes Panorama des schwulen West-Berlins – und von dessen gesellschaftlichen Folgen für heute.

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